Was ist Tetanie?

Tetanie ist eine Übererregbarkeit des Nervensystems. Normale Reize oder ebenso Impulse können zu leichten bis mittelgradigen Krämpfen führen. Allerdings sollten nur jene Krampfanfälle als Tetanie bewertet werden, wo ein niedriger Blutkalziumspiegel auftritt. Dieser gestörte Kalziumstoffwechsel kann, muss aber nicht zwangsläufig, zu Krämpfen führen.

Tetanie kann in zwei Formen auftreten: Die Tetanie mit normalem Blutkalziumwert, auch als neurogene oder idiopathische Tetanie bekannt, oder die Tetanie mit erniedrigtem Blutkalziumwert, die als parathyreoprive Tetanie bezeichnet wird. Die Ursachen sind bei beiden Formen unterschiedlich.

Nach Schilddrüsenoperationen kann eine Unterfunktion oder Schädigung der Nebenschilddrüse auftreten. Bei einer Vitamin-D-Behandlung kann es sein, dass die kalkarmen Knochen die Blutkalziumwerte zu schnell binden. Bei Entfernungen der Nebenschilddrüsengeschwülste zeigt oftmals eine Tetanie als Nebenwirkung auf. Wenn das Kalzium im Darm nicht ausreichend aufgenommen wird, das ist meist bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Dickdarmentzündungen der Fall, kann es zu einer Tetanie kommen. Vergiftungen senken den Kalziumspiegel. Besonders schädigend sind die Substanzen Kleesalz, Oxalsäure und Natriumfluorid.

Bei der neurogenen Tetanie liegt immer eine Erregbarkeitssteigerung der zentralen Hirngebiete zu Grunde, die bis zur vegetativen Dystonie übergehen. Diese Störungen sind nicht lebensgefährlich, verändern nicht die Organe oder Augenfunktionen, jedoch wirkt der Patient benommen.

Zu den beliebtesten Behandlungen gehören die physisch und psychisch dämpfenden Maßnahmen, die beruhigen und schlaffördernd sind. Hat der Patient einen Anfall, hilft eine intravenöse Kalziuminjektion, wenn der Blutkalziumwert geprüft wurde. Pflanzliche Beruhigungsmittel sind ein weiterer Teil einer ausführlichen Behandlungsform. Was mir wichtig erscheint, ist, dass der Patient sich aussprechen kann und sich verstanden fühlen und nicht abgelehnt werden sollte mit den herkömmlichen Sprüchen: „Ach der schon wieder! Wir kennen uns ja! Wo tut´s denn jetzt wieder weh!“

Bei der parathyreopriven Tetanie hat nur die intravenöse Kalziuminjektion eine erlösende Wirkung. Später jedoch sollte nicht vergessen werden, dass Kalziumpräparate eingenommen werden sollten. Die Dosierung sollte auch hier nach ärztlicher Überprüfung der Blutwerte festgelegt werden. Diese Tetanieform muss sehr sorgfältig behandelt werden. Wird das nicht eingehalten, kann es zu Augentrübungen kommen, wobei Kalkkristalle abgelagert werden.

Als Fertigpräparate eignen sich Biomagnesin und Osspulvit. Fragen Sie bei leichten Formen oder gar erst auftretenden Beschwerden den Hausarzt, Heilpraktiker, Homöopath oder Apotheker nach einem Rezept. Geeignet, um der Tetanie Beruhigung zu schenken, ist die Nerventeemischung aus jeweils 20 Gramm Baldrianwurzel, Johanniskraut, Hopfen und Melisse. Für Entspannung sorgt ein Tee aus jeweils 20 Gramm Odermennig Kraut und Heidekraut sowie je 30 Gramm Melisse und Baldrian.